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Die 4 Musketiere – French Connection im Donbass (DE)

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Vier Männer sitzen in dem Raum, als ich ihn betrete. Es riecht nach Waffenöl und Schweiß. Ein Scharfschützengewehr lehnt in der Ecke und Kalashnikows liegen auf Matratzen, die am Boden verteilt sind. Die vier stehen auf und begrüßen mich. Zuerst zurückhaltend – ich bin eben ein deutscher Journalist. Auf dem Weg hierher sind wir durch das gespenstische Donezk gerast. Die Kämpfe haben zugenommen in den letzten Tagen. Jeder Punkt der Stadt ist nun ein Ziel für GRAD und Artillerie. Just an diesem Tag beginnt ein andauernder Beschuss, der ein neues Level für die Stadt darstellt.

Mica, Guillome, Nicolas und Victor sind freiwillig im Donbass. Guillome spricht fließend englisch, so dass wir uns verständigen können. Mein Französisch beschränkt sich auf allgemeine Floskeln, die nicht für ein Interview taugen. Wir klären Einzelheiten und beginnen zu reden. Ich fotografiere, während die Kamera-Crew sich vorbereitet. Langsam werden wir warm.

Dann frage ich sie – nach allgemeinen Dingen wie Namen und Herkunft und schließlich tauchen wir gemeinsam ab in den Krieg. In ihre Motivation, hierher zu kommen, in ihre Anreise und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Sie erzählen mir vom herzlichen Willkommen durch die Einwohner des Donbass und vom ersten Beschuss, über den sie vorher noch Witze gemacht haben. Schnell wurde ihnen klar, dass „Krieg“ Leid bedeutet. Besonders für die Zivilbevölkerung. Zu oft haben sie gesehen, welche Opfer das Bombardement von Donezk unter den unzähligen Männern, Frauen und Kindern fordert. Zu oft habe ich es gesehen. Wir teilen die gleichen Erfahrungen.

Wir tauchen ein in Ihre Ansichten zu Europa und sie offenbaren mir IHRE Vision dieses Kontinents. Eine Vision von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen ohne Aufgabe der nationalen Identitäten, unter Wahrung von Traditionen und Werten – eine Vision eines neuen, friedlichen Europas.

Ich weiß nicht, wer von ihnen D’Artagnan ist – sie sind alle gleich wertvolle Menschen. Und ich bin froh, sie getroffen und mit ihnen gesprochen zu haben.

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