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Der Tod zu Besuch

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Der Tod wohnt nebenan, eine Tür weiter. Heute kam er zu Besuch und wir haben gemeinsam die Gegenstände gesichtet und katalogisiert, die ich für die geplante Ausstellung auf den Schlachtfeldern von Amwrossijiwka und Ilovaisk gesammelt habe. Ich werde diese Felder nie mehr vergessen.

Wir haben uns dabei ein wenig unterhalten, der Tod und ich. Ich habe ihn gefragt, wie lange er hier noch durch die Straßen ziehen will. Er sagte:“Noch lange, Sohn.“

Ich glaube, er meinte das ernst.

Im Grunde haben wir uns ganz gut verstanden, wir sehen uns ja jeden Tag. Er wohnt ja nebenan, der Tod.

2 replies »

  1. Der Tod wohnt nebenan, weil die Menschen ihn eingeladen haben, durch ihre Ignoranz, ihr Wegschauen, ihr Nichtstun, ihre Verrohung, ihre Blindheit für Manipulationen, ihre Hörigkeit, ihren Gehorsam, ihren Glauben an ein imaginäres Konstrukt namens Staat. Der Tod wird erst gehen, wenn der Mensch erkannt hat, dass er etwas tun kann, dass er nicht so ohnmächtig ist, wie er glaubt, zu sein. Er wird gehen, wenn der Mensch sein Menschsein erwachen lässt, wenn er sich mit seinem Nächsten verbindet, wenn er Mitgefühl entwickelt, wenn er erkennt, dass er gar keine Feinde hat.

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