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#Debaltseve, Februar 2015 – Das komplette Album

20.02.2015 Debalzewo nach der Befreiung | Erster Hilfskonvoi erreicht die Stadt

Debalzewo war unfassbar nah an einer humanitären Katastrophe. Bis zu 20.000 Menschen brauchten ganz verzweifelt Hilfe. #DNR und russisches #МЧС tun ALLES, was möglich ist. Durch noch immer andauernde Kämpfe haben wir am 20.02.2015 5 h mit dem allerersten Hilfsgüter-LKW bis Debalzewe gebraucht. Es ist irre kalt. Den Menschen wird erstmal Essen und beheizte Zelte und Notunterkünfte bereitgestellt. Weiterhin Wasser und Dieselgeneratoren für Strom zum Aufladen von z. B. Mobiltelefonen. Das russische МЧС hat ein riesiges Notlager aufgeschlagen mitten in der zerstörten Stadt. Der russische Minister war dabei selbst vor Ort. Allein 11 LKW wurden am 20.02.2015 dort erwartet.

Debalzewo ist auf AUSDRÜCKLICHEN Wunsch von Poroschenko von den Minsker Verhandlungen ausgenommen worden. Nur Stunden nach Beginn der Waffenruhe wurde Debalzewo von ukrainischen Truppen selbst unter massivsten Beschuss genommen, um ein eventuelles Vorrücken der Opolchenie zu verhindern. Der Beschuss dauerte 5 Tage, bis die Opolchenie dem ein Ende bereitete. Debalzewo ist NIE von der Opolchenie bombardiert worden.

Sich vorzustellen, was MÖGLICH ist, ist sicher nicht einfach.
Wenn du im kalten Winter in einem warmen Haus sitzt, ist es schwer vorstellbar, es draußen auszuhalten.Esfröstelt dich allein bei dem Gedanken daran.Öffne die Tür und gehe. Du wirst sehen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man in Bewegung bleibt.Wenn du eine Weile gegangen bist, wird es schwerer. Geh weiter.
Wenn du noch länger gegangen bist und unbedingt zurück willst. Geh weiter.
Wenn du denkst, du kannst nicht mehr, geh weiter.
Wenn du denkst, dass du es vor Kälte nicht mehr aushältst, geh weiter.
Wenn du Hunger bekommst, geh weiter.
Wenn dich der Durst quält, geh weiter.
Wenn dich das Fieber schüttelt, geh weiter.
Wenn dein Körper taub ist vor Schmerzen, geh weiter.
Wenn du vor Müdigkeit taumelst, geh weiter.
Geh weiter, ganz gleich was ist. Geh einfach.Wer würde das freiwillig aushalten, wenn er wüsste, er könnte jederzeit umkehren? Kaum jemand.
Aber wenn du NICHT zurück KÖNNTEST, wenn die Granaten heulen, die Bomben fallen, die Verletzten auf der Straße vor Schmerzen und im Todeskampf schreien, wenn die Straßen brennen und die Einschläge näher kommen, wenn du glaubst, dass es keinen Gott und kein Erbarmen gibt auf dieser Welt, wenn du ganz allein bist, weil jeder um sein eigenes Leben kämpft – dann gehst du weiter, noch Stunden, Tage, noch Hundert oder Tausend Kilometer, wenn es sein muss. Glaub mir, du gehst weiter.

So wird Europa sein…

Es spielt keine Rolle, welches Jahr wir haben. Das hier ist kein lokaler Konflikt, es ist keine Auseinandersetzung mit militärischen Mitteln, keine sporadischen Gefechte, keine chirurgische „Von-Fern-Bombardierung“ EINES Ziels – es ist ein echter, ausgewachsener, grauenhafter Krieg. Und wenn das Mobilfunknetz ausgefallen ist, wenn du zu Fuß durch die Trümmer rennen musst, wenn es keinen Strom und kein Wasser gibt und nichts, mit dem man heizen kann, dann ist 2015 genauso wie 1945 oder die Jahre davor. Es gibt keinen Unterschied mehr. Dieser Krieg scheißt auf den technischen Fortschritt. Wenn alles nicht mehr funktioniert hast du genauso wie damals nur noch Bomben und dein nacktes Leben.

So war Amwrosiiwka.
So war Ilovaisk.
So war Starobezhovo.
So war Slawyansk.
So war Kramatorsk.
So war Lugansk.
So war Debalzewo.

So ist der Donbass.

So wird Europa sein.

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